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Urlaubszeit – Erholungsbeihilfen für Ihre Mitarbeiter nicht vergessen!

03-07-2014 16:53

Die Erholungsbeihilfe ist eine von vielen Möglichkeiten, Steuern und Abgaben bei der Lohnabrechnung zu sparen, und sie trägt zusätzlich zur Motivation Ihrer Mitarbeiter bei. Sie ist eine der Zuwendungen, für die eine Lohnsteuerpauschalierung im Einkommensteuergesetz (§ 40) vorgesehen ist. Durch die Übernahme der pauschalen Lohnsteuer durch den Arbeitgeber kann sie „brutto für netto“ ausgezahlt werden.

Das sind die Grundregeln:

  • Der Grundbetrag pro Mitarbeiter und Jahr beträgt € 156. Er kann auch auf mehrere Urlaubstermine verteilt werden.
  • Für den Ehegatten erhöht sich der Grundbeitrag um € 104, für jedes Kind um weitere € 52. Es zählen aber nur Kinder, für die man einen Kinderfreibetrag erhält.
  • Die Auszahlung erfolgt über die Lohnabrechnung.
  • Der Arbeitgeber zahlt eine pauschale Steuer von 25 %; durch die Pauschalierung tritt Sozialversicherungsfreiheit für den Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein.
  • Die Erholungsbeihilfe kann – aufgrund der Sozialversicherungsfreiheit – auch an Minijobber zusätzlich zum normalen Arbeitslohn ausgezahlt werden.
  • Leider kann vertraglich vereinbartes Urlaubsgeld nicht als abgabenbegünstigte Erholungsbeihilfe ausgezahlt werden.

 

Einzige Anforderung: Nutzung zu Erholungszwecken

„Die Erholungsbeihilfen müssen für die Erholung dieser Personen bestimmt sein und verwendet werden“. Dieser knappe Satz steht in den neuesten Lohnsteuerrichtlinien. Dahinter stehen konkretere Anforderungen, die die Finanzgerichte und Sozialversicherungsprüfer entwickelt haben:

  • Zahlen Sie die Erholungsbeihilfe nur im zeitlichen Zusammenhang mit einem Urlaub Ihrer Angestellten aus.
  • Dokumentieren Sie, dass der Angestellte tatsächlich eine Erholungsmaßnahme bezahlt hat; z.B. durch Kopie von Hotelrechnung, Reisebuchung, Eintrittskarten u.ä.. Nehmen Sie diese Nachweise zum Lohnkonto.
  • Die Nachweise über Erholungsmaßnahmen sollten betragsmäßig über der Erholungsbeihilfe liegen. Auch sollten die begünstigten Familienmitglieder an der Erholungsmaßnahme teilgenommen haben.

 

Das können Sie sparen

Beispiel:

Die Erholungsbeihilfe für Ihre ZMF (verheiratet, 2 Kinder) beträgt € 364. Sie wird über die Lohnabrechnung ausgezahlt, und zwar für Ihre ZMF „brutto für netto“. Für Sie kostet das pauschale Lohnsteuer von 25 % oder € 91, zusammen dann € 455.

Um Ihrer ZMF den gleichen Betrag netto auszahlen zu können, müssten Sie normalerweise ausgeben:

Zusätzlicher Bruttolohn                                                                       700 €

Abzüglich Lohnsteuer der ZMF (durch Progression ca. 26 %)                  187 €

Abzüglich Sozialversicherung der ZMF, ca. 20 %                                   149 €

Zusätzlicher Nettolohn                                                                        364 €

Ihr Aufwand beträgt dabei € 880. Durch die Erholungsbeihilfe haben Sie € 425 gespart.

 

 

Was Sie sonst noch tun können

Neben der Erholungsbeihilfe könnten Sie natürlich auch im Urlaubsmonat weitere Sachbezüge leisten, z.B. Gutscheine für Eintrittskarten, wenn diese unter € 44 im Monat liegen (Freigrenze für Sachbezüge). Auch höhere Sachleistungen sind zusätzlich möglich. Diese werden dann allerdings mit 30 % pauschal versteuert, und kosten Sozialversicherung.

Beispiel:

Der Arbeitgeber bezahlt für seinen Arbeitnehmer nebst Familie ein Wellnesswochenende für 500 € .Das kostet pauschale Lohnsteuer von 30 % oder € 150. Zusätzlich fällt Sozialversicherung an, die auch beim Arbeitnehmer einbehalten wird.

Beachten Sie aber: alle diese Möglichkeiten sind günstiger als ein zusätzliches Urlaubsgeld auf der Lohnabrechnung.

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