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Steuercheckup zum Jahresende

11-11-2016 14:11

Hochrechnung der steuerlichen Einkünfte


Der erste Schritt für alle Praxen mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist die Prognose des steuerlichen Ergebnisses für 2016. Der erste Schritt dazu ist eine Buchführung bis zu einem möglichst aktuellen Datum, das einen Vergleich zum Vorjahr ermöglicht. Oftmals wird das Ende September (3. Quartal) sein, besser ist noch Ende Oktober oder sogar November. Tipp: Der Steuerberater kann auch bei regelmäßiger Quartalsbuchführung im wichtigen letzten Quartal des Jahres pro Monat buchen, so dass der Vergleich möglich ist.

Mit Blick auf die Einnahmen und Kosten bis zum 31.12. des Vorjahres kann dann der Jahresgewinn gut geschätzt werden. Voraussetzung ist natürlich eine abgestimmte und vollständige Buchführung: Achten Sie u,a. auf die ordnungsgemäße Verbuchung der KZV-Abrechnungen, Abschreibungen, Zinsen und Eigenverbrauch, aber auch auf ungeklärte Posten. Nur dann kann sinnvoll hochgerechnet werden.

 

Die Gewinnprognose ist ein wichtiges Zwischenergebnis, aber auch andere Einkünfte und Abzugsbeträge bestimmen das steuerpflichtige Einkommen 2016 und damit die Steuerlast. Beim Vergleich mit dem Steuerbescheid des Vorjahres müssen außergewöhnliche Faktoren des laufenden Jahres wie etwa Einkünfte aus Sonderzahlungen für angestellte Ehepartner, Ausgaben wie Renovierungskosten bei Vermietung, Zinsvorauszahlungen u.ä. bedacht werden. Auch die Sonderausgaben können im Vorjahr außergewöhnliches enthalten.

Ein Vergleich mit den aktuellen Steuer-Vorauszahlungen erbringt dann als Ergebnis, ob eine Nachzahlung droht und Maßnahmen bis zum Jahresende erforderlich sind.

 

Gewinnsenkungen 2016


Bei Einnahmen-Überschussrechnung kann der Gewinn unproblematisch und legal durch folgende Maßnahmen beeinflusst werden: Nichtabrechnen oder verspätetes Abrechnen der Privatliquidation 2016, so dass die Patientenzahlungen erst im nächsten Jahr eingehen; Vorziehen der Fremdlaborzahlungen und sonstiger Rechnungen oder vorgezogene Materialkäufe. Selbst die Angestellten-Gehälter 2017 können schon 2016 angezahlt werden. Dies muss aber vor dem 20. Dezember geschehen, denn regelmäßig geleistete Zahlungen innerhalb einer Frist von 10 Tagen vor oder nach dem Jahresende werden steuerlich dem Jahr zugerechnet, zu dem sie gehören.

 

Zusatzzahlung ans Versorgungswerk oder private Rürup-Renten


Betragszahlungen für die Basisaltersvorsorge werden in 2016 bis zu einem Gesamtbetrag von 22.767 € pro Person, bei zusammenveranlagten Ehegatte das Doppelte, steuerlich anerkannt. Davon wirken sich in 2016 82 % als Abzugsbetrag aus. Ist der Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft und liegt der Grenzsteuersatz nahe dem Maximum von 42 %, dann lohnt sich mit Blick auf die Altersvorsorge eine Zuzahlung. Ob in das Versorgungswerk oder in eine private Rürup-Rente, das muss wohlausgewogen werden.

 

Krankenversicherung voraus zahlen


Für nahezu alle privat versicherten Steuerpflichtigen (und auch die in der gesetzlichen Krankenkasse freiwillig Versicherten) lohnt es sich, über die Vorauszahlung der Kranken- und Pflegeversicherung für das Folgejahr nachzudenken. Bei den privaten Versicherern gibt es für Jahreszahler häufig sogar Rabatte bis zu 3 %.

Beispiel: Neben der Kranken- und Pflegeversicherung (KV/PV) fallen jährliche Beiträge zu einer Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung von 5.000 € an. Die Steuerpauschale von 2.800 € p.P. ist durch die höhere KV/PV bereits ausgenutzt. 2016 wird die KV/PV für 2017 vorausgezahlt, und auch steuerlich angesetzt. In 2017 gewährt das Finanzamt einen zusätzlichen Steuerabzugsbetrag von 2.800 € für die übrigen Versicherungen (Jahr ohne Zahlungen KV/PV).

Zur Erlangung des zusätzlichen Steuervorteils ist bis Anfang Dezember zu prüfen, ob im Vorjahr die Vorauszahlung geleistet wurde, dann sollte jetzt nichts gezahlt werden. Wenn nein, dann ist die Jahreszahlung für 2017 nun fällig. Tipp: Nur Zahlungen bis spätestens Mitte Dezemberwerden von den Versicherungsunternehmen noch für 2016 berücksichtigt!

 

Investitionsabzugsbetrag nutzen

 

Haben Sie im Jahr 2013 einen Investitionsabzugsbetrag gebildet, so muss dieser bis zum Ablauf des Jahre 2016, also innerhalb der 3-Jahresfrist genutzt werden, sonst erfolgt eine rückwirkende Versteuerung für das Jahr 2013. Die Investitionen müssen zwar zwingend mit Rechnungsstellung in 2016 geliefert, aber nicht unbedingt bezahlt werden. Auch Kauf auf Kredit zählt im Jahr 2016. Interessant ist die neue Rechtlage zum Investitionsabzugsbetrag: Schon bestehende IAB können nachträglich aufgestockt werden. Zudem ist eine Benennung des Investitionsgutes bei Bildung nicht mehr nötig.

 

Diese Sachverhalte sollten zwingend noch im Dezember 2016 bedacht werden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ein Gespräch mit dem Steuerberater zur Steuerlage 2016 ist empfehlendswert.

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