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Sparmodell Beschäftigung von Schüler und Studenten – was ist zu beachten?

19-07-2011 13:20

Arbeitsrechtlich erlaubt ist die Beschäftigung von Kindern (bis zum 15. Lebensjahr) nur in zeitlich geringem Umfang von maximal 2 Stunden täglich. Jugendliche (zwischen 15 und 18 Jahren) dürfen während der Schulferien für höchstens 4 Wochen im Kalenderjahr, und maximal 40 Stunden pro Woche an maximal 5 Tagen arbeiten. Ältere Studenten können wie normale Arbeitskräfte beschäftigt werden, haben dann allerdings auch Anspruch auf Urlaub oder Lohnfortzahlung.

 

Auf Lohnsteuerkarte oder ohne?

Da weder Schüler noch Studenten oder Praktikanten neben der Beschäftigung hohe Einkünfte haben, ist eine Beschäftigung mit Vorlage der Lohnsteuerkarte die beste Lösung. Der Angestellte kann sich eventuell anfallende Lohnsteuer zum Jahresende „zurückholen“, da er keine Steuern zahlt. Sie sparen sich die im Rahmen des Minijobs erhobene pauschale Steuer von 2 %.
Anmerkung: Hat die Gemeinde noch keine Lohnsteuerkarte ausgestellt, kann diese beantragt werden, ansonsten wird nach der Steuerklasse 6 besteuert. Auch dann bekommt der Angestellte am Jahresende seine Steuer zurück.

 

Sozialversicherung ja oder nein?

Da sind einige Sonderregelungen zu beachten:

  • Beschränkt sich die Tätigkeit auf die Ferien, kann sie als „kurzfristige Beschäftigung“ gänzlich sozialversicherungsfrei sein. Voraussetzung: sie ist im Kalenderjahr auf nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt und wird nicht berufsmäßig ausgeübt. Die Entgeltgrenze von 400 € gilt nicht!
    Beispiel: Ihre Tochter – Studentin der Zahnmedizin – arbeitet im Sommer zwei Monate lang in der Praxis für je 1.200 €. Die Beschäftigung ist lohnsteuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei.
  • Wird regelmäßig gearbeitet, und beträgt das Entgelt bis 400 €, liegt ein „Minijob“ oder „geringfügige Beschäftigung“ vor. Die Pauschalabgabe für Kranken- und Rentenversicherung von 28 % wird dann fällig, aber bei Vorlage der Lohnsteuerkarte keine pauschale Lohnsteuer.
  • Arbeiten Studenten regelmäßig für mehr als 400 €, aber nicht mehr als 20 Wochenstunden, gilt das „Werkstudentenprivileg“. Es besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, lediglich die Rentenversicherung für Sie und Ihren Beschäftigten fällt an. Nehmen Sie als Nachweis die Immatrikulationsbescheinigung einer Hochschule oder vergleichbaren Einrichtung zu Ihrem Lohnkonto.
    Beispiel: Ihre Tochter arbeitet regelmäßig an 2 Tagen in der Praxis für ein Gehalt von 900 €. Nach Lohnsteuertabelle (Vorlage Lohnsteuerkarte) ergibt sich keine Steuer, die Rentenversicherung von 179 € ist aber abzuführen. Zudem besteht bereits die Möglichkeit, die Riesterförderung zu erhalten.
  • Arbeitet besagter Werkstudent in den Semesterferien mehr als 20 Stunden, ist das auch noch abgabenfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die Grenze liegt dann bei 182 Kalendertagen bzw. 26 Wochen im Jahr.
  • Anders sind Auszubildende zu beurteilen: für sie gilt immer Steuer- und Sozialversicherungspflicht!

 

Wenn Sohn oder Tochter ein Interesse daran haben, in der Praxis mitzuhelfen, sei es in den Ferien oder regelmäßig, so sollten Sie dafür auf jeden Fall ein Entgelt vereinbaren. Das bedeutet steuersparende Betriebsausgaben bei vergleichsweise geringen Abgaben für Sie als Elternteil und ein steuerfreies Einkommen zur Finanzierung des Studiums/ der Ausbildung für Ihren Nachwuchs. Eine Chance, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

 

Steuertip: Nach dem gerade beschlossenen Steuervereinfachungsgesetz soll die Einkommensgrenze für Kindergeld und Kinderfreibetrag volljähriger Kinder ab 2012 gestrichen werden. Dann können die Einkünfte und Bezüge auch höher als die derzeitigen 8004 € pro Jahr liegen.

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