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KFZ-Kosten Pauschale doch nicht auf 0,35 € angehoben

25-03-2014 17:18

Hintergrund der Klage war die Erhöhung der steuerfreien KFZ-Kostenpauschale für Dienstfahrten im öffentlichen Dienst auf 0,35 €/km. Damit liegt eine Ungleichbehandlung mit Arbeitnehmern, Selbstständigen, Gewerbetreibenden vor, die nur eine steuerfreie Erstattung bzw. Werbungskosten oder Betriebsausgaben von 0,30 €/km ohne Nachweis beanspruchen können. Nach diversen Vorverfahren hat das Bundesverfassungsgericht die Rechtmäßigkeit der geltenden gesetzlichen Regelung bestätigt (Beschluss vom 20.08.2013; 2 BvR 1008/11)

 

Konsequenzen für Sie und Ihre Arbeitnehmer:

  • Fahrtkosten für berufliche Fahrten mit Privat-PKW können ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten weiterhin mit 0,30 €/km geltend gemacht werden. Auch eine Erstattung an die Arbeitnehmer ist in dieser Höhe möglich (§ 9 (1) Sz 1 EStG; R 9.5 (1) Sz 5 der Lohnsteuer-Richtlinien).
  • Liegen die tatsächlichen Kosten pro gefahrenen km des privaten PKW höher als 0,30 €/km, so sollten Sie diese ermitteln! Bei den derzeitigen Spritpreisen fallen bei fast jedem KFZ höhere Kosten an. Vergessen Sie nicht die Abschreibungen und Zinsen für PKW im Eigentum.
  • Hinweis: Davon zu unterscheiden ist die Pendlerpauschale von 0,30 €pro Entfernungs-km oder 0,15 € pro gefahrenen km für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: sie wird für private PKW ganz unabhängig von den Kosten gewährt.
  • Haben Sie in den letzten Jahren (unter Bezug auf das positive Urteil des Finanzgericht Baden-Württemberg von 22.10.2010) die höhere Pauschale von 0,35 €/km für berufliche Fahrten in Ansatz gebracht, so müssen Sie dies überprüfen: Entweder Sie weisen Kosten in dieser Höhe nachträglich nach, oder Sie korrigieren die zuviel angesetzten Betriebsausgaben gegenüber dem Finanzamt.

 

Beispiel für die Ermittlung der tatsächlichen Kosten des privaten PKW:

Leasingrate oder

Alternativ Abschreibungen (Kaufpreis, verteilt auf Nutzungsdauer 6 Jahre)                      3.000 €

Zinsen für KFZ-Finanzierung                                                                                           500 €

KFZ-Steuer und -Versicherung                                                                                     1.000 €

Reparaturen und Fahrzeugpflege (gegebenfalls schätzen)                                              2.000 €

Betriebskosten                                                                                                          2.000 €

Summe der KFZ-Kosten                                                                                             8.500 €

Bei eine Fahrleistung von 13.000 km im Jahr macht das  pro km                         0,65 €

 

Müssen alle Belege aufbewahrt werden?

Die tatsächlichen Kosten müssen nachgewiesen sein oder glaubhaft gemacht werden. Nachweise für Steuer und Versicherung sowie Reparaturen müssen vorhanden sein. Anders bei den Betriebskosten: da reichen Schätzungen anhand der üblichen Verbrauchswerte und der durchschnittlichen Preise aus. Dann brauchen Sie nur noch die Dokumentation der jährlichen Fahrleistung  und können die tatsächlichen Kosten pro gefahrenen km ermitteln.

Verschenken Sie keine Steuervorteile: Machen Sie für jedes Jahr eine überschlägige Ermittlung der tatsächlichen Kosten und verlangen Sie auch von Ihren Arbeitnehmern eine solche Aufstellung. Geben Sie sich nicht mit der von der Finanzverwaltung gewährten Pauschale zufrieden und setzen Sie die tatsächlichen Kosten an.

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