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Kein Betriebsausgabenabzug für Gegenstände in Luxusausführung

23-08-2011 13:44

Ein Zahnarzt hatte ein handgefertigtes, hochwertiges Luxus-Mobiltelefon zum Preis von 5.200,- € erworben und – verteilt über 3 Jahre – als Betriebsausgaben angesetzt. Der Betriebsprüfer erkannte die Kosten nicht an, auch wenn die grundsätzliche Verwendung für die Praxis nicht in Frage stand. Die Klage beim Finanzgericht hatte keinen Erfolg (FG Rheinland-Pfalz Urteil v. 14.7.2011, 6 K 2137/10): Die Unangemessenheit von beruflichen Aufwendungen sei eine Ermessensfrage, die nach der Anschauung breitester Bevölkerungskreise entschieden werden muss. Aus deren Sicht sei nicht nachvollziehbar, warum ein Zahnarzt ein Luxushandy zur Sicherstellung seiner Erreichbarkeit erwerben muss, wo er dies auch zu einem wesentlich geringeren Preis erreichen könne. Dass sich der Zahnarzt zum Erwerb eines solch hochwertigen Telefons mit über die bloße Funktionsfähigkeit hinausgehenden Eigenschaften entschieden hat, ist nicht allein durch betriebliche Notwendigkeiten zu erklären. Die Aufwendungen berühren zudem so stark die Lebensführung des Zahnarztes, dass die betriebliche Veranlassung dabei vollständig zurück tritt. Auch das Argument des Klägers, auch die übrige Ausstattung der Praxis sei sehr hochwertig, konnte das Gericht nicht überzeugen. Das Mobiltelefon entfalte schließlich keinen Beitrag zur Behandlung, es wird auch nicht im Vorfeld der Behandlung sichtbar.

Hoffen wir, daß dieses Urteil keinen Rückfall in alte Zeiten darstellt, wo jede höhere Ausgabe mit dem Prüfer diskutiert werden musste!

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