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Guten Appetit – Mahlzeitengestellung an Mitarbeiter

23-12-2014 16:42

PMA 11.2014
Guten Appetit – Mahlzeitengestellung an Mitarbeiter
Eine recht unbekannte Möglichkeit zum Steuern und Abgabensparen ist die Gestellung von Mahlzeiten an Mitarbeiter. So geht es...

Gewährt der Arbeitgeber arbeitstäglich eine Mahlzeit im Betrieb, entsteht ein steuerpflichtiger Sachbezug. Allerdings nur dann, wenn der Arbeitnehmer für seine Mahlzeit weniger als den anteiligen amtlichen Sachbezugswert (2014 weniger als 3,00 €) bezahlt. Zahlt er den Sachbezugswert, so bleibt die Mahlzeit abgabenfrei. Auch wenn sie faktisch bis zu 6,10 € wert ist.
Diese für betriebsinterne Kantinen zugeschnittene Möglichkeit gibt es auch für kleinere Betriebe oder eben Praxen: hier wird ist die unentgeltliche oder verbilligte Abgabe von Mahlzeiten durch Essensmarken einer Gastronomie, einer Bäckerei oder  Metzgerei oder eines Lebensmittelgeschäftes gewährleistet. Diese kann man entweder direkt beim Geschäft erwerben oder auch von Organisationen bestellen, die für die großen Handelsketten Gutscheine verkaufen.
Zusätzlich zu den bereits so abgabenfreien Beträgen (2014 maximal 3,10 €) gibt es noch einen weiteren Vorteil. Um die Lohnsteuererhebung einfach zu handhaben, bietet der Gesetzgeber für den Sachbezugswert die Lohnsteuer-Pauschalierung mit einem festen Steuersatz von 25 % an. Der Mindestzahlbetrag wird dem Arbeitnehmer dann auch noch erlassen, und dieser Vorteil wird pauschal versteuert.  Durch die Pauschalversteuerung ist der Sachbezug Mahlzeit auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.
Aus der Sicht des Arbeitgebers werden damit bis zu 6,10 € netto pro Arbeitstag ausgezahlt, und er zahlt nur für 3,10  €eine pauschale Steuer. Eine riesige Abgabenersparnis.
Beispiel:
Die Helferin erhält an 15 Arbeitstagen im Monat eine Einkaufsmarke von 6,10 € für den örtlichen Edekamarkt.
Nettowert für eine Helferin pro Monat  6,10 x 15 Arbeitstage        91,50 €
Abgabenersparnis (ca. 30 % Lohnsteuer, 40 % Sozialversicherung) von einem vergleichbaren Brutto von 183 € beträgt für diese Helferin             120,00 €
Vermindert um pauschale Steuer 25 % auf den amtlichen Sachbezugswert von 3,00 € x 15 Arbeitstage = 45 € von                            -11,25 €.
Die Abgabenersparnis beträgt pro Monat  120 € - 11,25 € = 109,75 €, und pro Jahr 1307,00 €. Für die durchschnittlichen 5 Angestellten einer Zahnarztpraxis zusammen 6.835,00 €.

Die Maßnahme hat noch einen weiteren Vorteil: auch Minijobber können die Essensmarken erhalten, obwohl der Höchstbetrag von 450 € Entgelt pro Monat damit überschritten würde. Durch die Lohnsteuerpauschalierung bleibt die Gestellung der Essensmarke sozialversicherungsfrei und die Höchstgrenze wird nicht berührt.
Achten Sie aber darauf, dass die Essensmarken nur an den Tagen ausgegeben werden, wo die Arbeitnehmer auch wirklich bei Ihnen gearbeitet haben. Sonst kann weder die Steuervergünstigung noch die Sozialversicherungsfreiheit greifen. Die Essensmarke wäre dann mit vollem Wert als Nettolohnauszahlung abgabenpflichtig. Gerade für Minijobber wäre das fatal!
Lassen Sie eine monatliche Liste mit den Namen der tätigen Mitarbeiter und den Anwesenheitstagen führen. Für ausgegebene Essensmarken einfach ankreuzen und am Monatsende dem Lohnbüro geben, die dann die Pauschalversteuerung durchführen.
Diese Möglichkeit für abgabenbegünstigte Nettozuwendungen an Mitarbeiter kann man nutzen, wenn der regelmäßige Sachbezug bis zu 44 € und die Gestellung von PC, Smartphone oder Tablet mit Kostenübernahme schon ausgenutzt ist.

Fragen richten Sie bitte an die Autorin
Gabriela Scholz STB/WP, Sankt Augustin
www.scholz-steuer.de

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