Steuerberatung Scholz > Steuerinformationen

 

Aktuelle Hinweise zum Lohn und steuergünstigen Mitarbeiterzuwendungen

29-11-2010 15:40

Lohnsteuerkarte 2010 gilt weiterhin

Die gute alte Lohnsteuerkarte wird zukünftig durch ein elektronisches Verfahren abgelöst: Ab 2012 werden die Daten Ihrer Angestellten (Steuerklasse, Kinderfreibeträge, sonstige Freibeträge, Religionszugehörigkeit) in einer Datenbank des Finanzamtes zum Abruf bereitgestellt. Bis dahin gelten die Daten der Lohnsteuerkarte 2010, die Sie aufbewahren müssen. Auch neue Arbeitnehmer müssen Ihnen die Lohnsteuerkarte 2010 vorlegen, in Ausnahmefällen auch eine Ersatzbescheinigung ihres Finanzamtes. Ändert sich etwas, so muss Ihr Arbeitnehmer das nicht nur Ihnen sondern auch seinem Finanzamt mitteilen

 

Fortbildungskosten können abgabenfrei erstattet werden

Hatte Ihr Arbeitnehmer bisher Fortbildungsmaßnahmen selbst gebucht und der Arbeitgeber diese erstattet, so war dies als steuerpflichtiger Arbeitslohn sozialversicherungspflichtig (Abgabe 40 % und mehr).Nun können Aufwendungen auch in diesen Fällen steuer- und sozialversicherungsfrei erstattet werden. Voraussetzung ist nur, dass die Maßnahme im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegt. Der Vermerk zur Kostenübernahme sollte auf der Originalrechnung des Arbeitnehmers angegeben werden.

 

Unfallkosten auf Privatfahrt mit Praxis-KFZ

Die Gestellung eines Praxis-KFZ statt Arbeitslohn für Ihre langjährige Helferin oder auch den angestellten Ehepartner rechnet sich steuerlich sehr günstig. Mit der Versteuerung von monatlich 1% vom ursprünglichen Listenpreis waren bisher alle KFZ-Kosten für die private Nutzung abgegolten, auch Unfallkosten. Dies gilt ab 2011 nicht mehr: nun müssen die Kosten von Unfällen auf einer privaten Fahrt oder gar einer Trunkenheitsfahrt zusätzlich versteuert werden, mit voller Steuer- und Sozialversicherung. Ausnahme: die Reparaturkosten betragen nicht mehr als 1000 € netto (ohne Umsatzsteuer). Hinweis: Wegen der hohen Abgaben sollte der Angestellte die Kosten selbst übernehmen.

 

Gestellung von Mahlzeiten

Das regelmäßige Mittagessen in einer Kantine (oder Metzger/Bistro) u.a. kann, unabhängig vom tatsächlichen Wert, dem Arbeitnehmer zum niedrigen amtlichen Sachbezugswert 2011 von 2,83 € je Mahlzeit berechnet werden. Selbst diesen Betrag muss er nicht bezahlen, sondern er kann von Ihnen als Sachbezug pauschal mit 25 % (zzgl. Soli und Kirchensteuer) versteuert werden. Eine schöne Möglichkeit zum Abgaben sparen.

Beispiel:

Essensgutschein je 6,- € pro Mittagsmahlzeit für 22 Arbeitstage= 132,- € (Mitarbeiterzuwendung)

Sachbezugswert 2,83 € x 22 Arbeitstage (pauschalversteuert) =   62,26 €

Steuer- und Abgabenfrei pro Monat                                                  69,74 €

Ihr Aufwand 132,€ + 62,26 x 25% (15,65 €) = 147,65 €

Gespart an Steuer- und Sozialversicherung ca. 170,- pro Monat!

Werden anlässlich einer Auswärtstätigkeit (z.B. Fortbildung) Verpflegungskosten von Ihnen als Arbeitgeber übernommen, so muss auch nur den amtlichen Sachbezugswert bezahlt oder versteuert werden. Dies gilt sogar bei Essenspreisen bis 40,- €! Erst darüber muss der Mitarbeiter den tatsächlichen Preis versteuern.

 

 

Kinderbetreuungskosten, Zuschuss Pendlerpauschale, Erholungsbeihilfen und Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustands

Diese Zuwendungen können steuer- und sozialversicherungsfrei (oder pauschalversteuert wie Fahrtkostenzuschuss und Erholungsbeihilfen) zugewendet werden, wenn zusätzlich zum ohnehin vereinbarten Arbeitslohn gewährt wurden. Nach den Lohnsteuerrichtlinien 2011 gilt das nun auch, wenn diese Leistungen in Anrechung auf oder anstelle einer freiwillige Sonderzahlung, z.B. Weihnachtsgeld, Prämien usw. erbracht werden. Diese muss entweder ausdrücklich arbeitsvertraglich als freiwillige Leistung vereinbart oder/und darf nicht regelmäßig gezahlt worden sein.

Beispiel: Statt Weihnachtsgeld wird die Pendlerpauschale gezahlt und eine Erholungsbeihilfe anlässlich des Urlaubs gewährt

Pendlerpauschale 20 km x 0,30 € x 220 AT= 1.320,- € p.a.

Erholungsbeihilfe (Arbeitnehmer, Ehepartner und 1 Kind)= 312,- € p.a.

Pauschale Steuer 15 % x 1.320,- und 25 -% x 312,- = 276,- €

Gesamter Arbeitgeberaufwand = 1.908,-- €

Arbeitnehmerbereicherung = 1.632,--, das entspricht mindestens dem doppelten Bruttolohn und einer Abgabenersparnis von über 2.000,- €.

 

Umzugskosten Ihrer Angestellten

Wenn Ihre Helferin aus beruflichem Anlass umzieht, können Sie ihr die Kosten steuer- und abgabefrei erstatten, und zwar in Höhe der Umzugskostenvergütung der Beamten. Die Pauschalen wurden zum 01.01.2010 rückwirkend erhöht: ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten sind erstattungsfähig für Ledige 636 €, für Verheiratete 1.204 € und ein Zuschlag von je 280 € pro Kind.

 

Zahlreiche weitere Möglichkeiten zum Steuern- und Abgaben sparen bei den Mitarbeiterzuwendungen werden im Seminar „Steuerpotentiale in der Praxis“ besprochen: Termine finden Sie im FVDZ- Fortbildungsprogramm der Praxismanagement Akademie.

Zurück